11. Wiener Symposium


XII. Wiener Symposium "Psychoanalyse und Körper"

Zwischenleibliche Resonanz in der Kinder-, Jugendlichen- und Erwachsenenpsychotherapie im Vergleich: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
10. - 12.Juli 2020

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12. Wiener Symposium „Psychoanalyse und Körper“

Zwischenleibliche Resonanz in der Kinder-, Jugendlichen- und Erwachsenenpsychotherapie im Vergleich: Gemeinsamkeiten und Unterschiede 

„Die Psychotherapie von Kindern und Jugendlichen unterscheidet sich in mannigfachen Aspekten essenziell von der Psychotherapie Erwachsener: Sie findet unter anderen Rahmenbedingungen statt, sie verlangt besondere Kenntnisse, setzt spezielle Beziehungskompetenzen seitens der Psychotherapeutin voraus und erfordert eigene Kommunikations- und Interventionsformen. Eine Besonderheit ist die Gegebenheit, dass die aktuellen Lebenswelten der Psychotherapeutin und der kindlichen und jugendlichen Patientinnen weit unterschiedlicher sind, als sie es in der Erwachsenenpsychotherapie je sein können, da der Mensch sich selbst nie wieder im Leben so unähnlich ist wie über die Entwicklungsphasen der Kindheit und Jugend ins Erwachsenenalter“ (Sindelar, 2017).

Warum also dann, wenn die Unterschiede zwischen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie im Vergleich mit der Psychotherapie Erwachsener so groß sind, eine solche Gegenüberstellung gar im Rahmen einer Tagung?

Analytische Körperpsychotherapie (oder leibbezogene Psychotherapie) ist angewandte Kinderpsychotherapie im Erwachsenenalter, pflegen wir innerhalb unserer kollegialen Gemeinschaft zu sagen. Das hat nicht zuletzt mit den spezifischen Regressionszuständen zu tun, die typisch sind für körperbezogene Vorgehensweisen, aber auch mit dem Umstand, dass körperliche Berührungen therapeutisches Mittel sein können. So sehr die Frage der körperlichen Berührung seit Freud in der Erwachsenenpsychotherapie strittig und hitzig diskutiert wird, so sehr ergeben sich Berührungsmomente besonders innerhalb der Kinderpsychotherapie fast selbstverständlich.

Aus entwicklungspsychologischer Perspektive spricht Altmeyer (2016) von einem Resonanzverlangen des Kindes, wenn es sein basales Bedürfnis artikuliert, Kontakt aufzunehmen und Verbindungen zur Außenwelt herzustellen. Bei Winnicott (1969) finden wir in seiner Formulierung von einer Körper-zu-Körper- Kommunikation zwischen Mutter und Säugling eine frühe körpernahe Ausdifferenzierung eines Resonanzmodells, das auch Fuchs (2000) in seinen Ausführungen zur zwischenleiblichen Kommunikation aufgreift – er spricht von zwischenleiblicher Resonanz. In der Kinderanalyse lassen sich Spuren des resonanten Unbewussten in Berührungsdialogen (Willerscheidt, 2018) entdecken.

Auf dieser Tagung möchten wir uns der zwischenleiblichen Resonanz auf dem Wege von Vorträgen und Workshops nähern und die aufkommenden Fragen ausführlich diskutieren.