Einleitung zum Symposium

Das Thema Berührung ist wohl eines der strittigsten im Spannungsfeld von Psychoanalyse und Körperpsychotherapie.

In der als ‚Redekur‘ konzipierten psychoanalytischen Behandlung ereignet sich körperliche Berührung in der Regel nur im konventionellen Kontext von Begrüßung und Verabschiedung. Berührung figuriert hier in einer allgemeineren Bedeutung, etwa im Sinne der emotionalen oder gestisch-mimetischen, leiblichen Einwirkung aufeinander.

Im Gegensatz dazu teilen Körperpsychotherapeuten mehrheitlich die Meinung, konkrete körperliche Berührung sei ein wesentlicher Bestandteil einer therapeutischen Zugangsweise, die das körperliche Geschehen innerhalb der Psychotherapie wirklich ernst nimmt. Sie sprechen von „heilsamen Berührungen“ (Günter Heisterkamp).

 

Die Unterschiedlichkeit der Perspektiven hat eine lange Tradition und besteht seit Freud. Sie hat jedoch an Aktualität nichts eingebüßt.

 

So schreibt der durchaus körperbezogen denkende Psychoanalytiker Sebastian Leikert, mehrfach Vortragender am Wiener Symposium „Psychoanalyse und Körper“, in seinem 2022 erschienenen Buch Das körperliche Unbewusste in der psychoanalytischen Behandlungstechnik: „Die faktische taktile Berührung ist verzichtbar, denn die Stimme der Analytikerin oder des Analytikers berührt das Körperselbst, die gemeinsame Aufmerksamkeit berührt das Leibliche, das resonante Spüren der leiblichen Gegenübertragung hat eine Wirkung auf das Körperselbst der Analysandin oder des Analysanden. Abstinenz ist in der Arbeit mit leiblichen Konstellationen zentral, weil hier Verletzlichkeit und Gefahr der Retraumatisierung besonders groß sind“ (S. 14).

 

Unschwer ist zu erkennen, wie weit die Positionen auseinanderliegen.

 

Während sich allgemein in den Behandlungstheorien so manche Übereinstimmungen finden, zeigen sich an dieser Stelle in der Konzeption der therapeutischen Situation und des therapeutischen Rahmens Spannungslinien und Kontroversen, die gerade in ihrer Grundsätzlichkeit nach einem interkollegialen Diskurs suchen. Wie steht es also um die Bedeutsamkeit konkreter körperlicher Berührung bzw. des Verzichtes darauf? Und wie wären in diesem Kontext z.B. Ergebnisse der Säuglings- und Bindungsforschung in Betracht zu ziehen?

 

Auf der Tagung werden wir dieses Spannungsfeld aus vorwiegend klinischer Perspektive beleuchten. Sechs Referentinnen und Referenten werden aus ihrer jeweiligen therapeutischen Zugangsweise heraus eine Patientin / einen Patienten vorstellen, zentriert um die Frage, wie jeweils therapeutische Veränderung möglich war, wie also die Patientin / der Patient in seinem Innersten berührt werden konnte.

 

Der interkollegialen Diskussion wird auf dieser Tagung breiter Raum gegeben. Praxisbezogene Workshops ergänzen das Angebot.

Tagungsprogramm

Ablauf

Hier ist eine Übersicht zu dem inhaltlichen und zeitlichen Ablauf des Tagungsprogramms. Die gesamte Tagung findet an folgender Adresse statt:

1020 Wien, Freudpl. 1, (Sigmund Freud Privatuniversität). Die Räume werden noch bekannt gegeben.

Freitag, 23. Juni 2023

10-10:15
Eröffnung: Peter Geißler & Jörg Scharff Für Details zu den Vortragenden bitte anklicken
  • Peter Geißler, Dr. med. Dr. phil., Psychotherapeut in freier Praxis, Lehranalytiker (Fachspezifikum IP an der SFU), Supervisor, zertifizierter OPD-2-Diagnostiker, Epidemiearzt, Sachverständiger (Pflegschaftsgutachten), Mitglied im Steißlinger Kreis
    Peter Geißler, Dr. med. Dr. phil., Psychotherapeut in freier Praxis, Lehranalytiker (Fachspezifikum IP an der SFU), Supervisor, zertifizierter OPD-2-Diagnostiker, Epidemiearzt, Sachverständiger (Pflegschaftsgutachten), Mitglied im Steißlinger Kreis
  • Jörg Scharff, Dr. phil., Dipl. psych., Psychoanalytiker in freier Praxis, (DPV, IPA), Ausbildungstätigkeit bei Pro Familia, am Anna-Freud-Institut Frankfurt und Dozent und Lehranalytiker am Frankfurter Psychoanalytischen Institut, Mitglied in der Kronberger Gruppe
    Jörg Scharff, Dr. phil., Dipl. psych., Psychoanalytiker in freier Praxis, (DPV, IPA), Ausbildungstätigkeit bei Pro Familia, am Anna-Freud-Institut Frankfurt und Dozent und Lehranalytiker am Frankfurter Psychoanalytischen Institut, Mitglied in der Kronberger Gruppe
10:15-11:45
Vortrag: Peter Geißler Für Details zur Person und zum Vortrag anklicken
  • Peter Geißler, Dr. med. Dr. phil., Psychotherapeut in freier Praxis, Lehranalytiker (Fachspezifikum IP an der SFU), Supervisor, zertifizierter OPD-2-Diagnostiker, Epidemiearzt, Sachverständiger (Pflegschaftsgutachten), Mitglied im Steißlinger Kreis
    Peter Geißler, Dr. med. Dr. phil., Psychotherapeut in freier Praxis, Lehranalytiker (Fachspezifikum IP an der SFU), Supervisor, zertifizierter OPD-2-Diagnostiker, Epidemiearzt, Sachverständiger (Pflegschaftsgutachten), Mitglied im Steißlinger Kreis

Vortrag:

„Ich habe einen Platz bei Ihnen!“ - Ein therapeutischer Verlauf

Geschildert wird die langjährige Therapie einer Patientin, in welcher im Kontext einer Setting-Öffnung körperliche Berührung, auch großflächige, aus therapeutischer Sicht eine entscheidende Rolle spielte. Jedoch: Das letzte Wort hat die Patientin, die drei Jahre nach Therapieende das Geschehen im Rückblick erläutert.

11:45-14:30
Mittagspause
14:30-16
Workshops - Teil 1 Für Details zu den Workshops bitte anklicken

Workshop 1: Jörg Scharff - Die Zwischenleiblichkeit im Fokus therapeutischen Gewahrwerdens

Workshop 2: Jochen Willerscheidt -„Wo ich berühre, werde ich berührt“ - Selbsterfahrungseinheiten zum Berührungsdialog

Workshop 3: Christina Sogl - Trauma und Berührung: Voraussetzungen, Funktionen, Fallstricke und Wirkungen

 

Die Workshops bestehen aus zwei Teilen. Der erste findet am Freitag (23.6) und der zweite am Samstag (24.6) statt. Es werden eventuell auch noch zusätzliche Workshops hinzugefügt.

Details zu den Inhalten der Workshops finden Sie unterhalb:

 

Workshop 1: Jörg Scharff 

Titel: Die Zwischenleiblichkeit im Fokus therapeutischen Gewahrwerdens

Inhalt: Ziel der Arbeitsgruppe ist es, die Aufmerksamkeit für das zwischenleibliche Geschehen in der analytischen Situation zu schulen – den musikalischen Aspekt der sprachlichen Äußerungen (Ton, Rhythmus, Artikulation, »Sound« usw.,) aber auch der »Sprache des Leibes« mit seiner Gestik, Mimik, dem Gesamt seiner Bewegungs-Aura. Vermittels des Rollenspiels im Übergangsraum eines definierten Settings bietet sich den Seminarteilnehmern die Gelegenheit, als Patient oder Therapeut eine charakteristische Minisequenz aus dem klinischen Alltag performativ in Szene zu setzen. Das von den Teilnehmern Erlebte und Protokollierte wird anschließend in der Gruppe hinsichtlich seiner vielfältigen Bedeutungsdimensionen aufgearbeitet und theoretisch eingeordnet. (Scharff 2021).

 

Workshop 2: Jochen Willerscheidt

Titel: Wo ich berühre, werde ich berührt“ - Selbsterfahrungseinheiten zum Berührungsdialog

Inhalt: Die psychodynamische Körpertherapie greift das Modell des frühen Aushandelns von Körperkontakt zwischen Eltern und Kind (Downing, 1996) auf. Deren Einsatz in der Kindertherapie wird auf der Grundlage von Selbsterfahrungseinheiten reflektiert. Den Teilnehmern werden Berührungs- und Handlungsproben vorgestellt, die auf dem Hintergrund auftauchender Körperempfindungen und Phantasien am eigenen Leib erfahren werden können, um sie gegebenenfalls in die eigene kinderanalytische Praxis zu integrieren.

 

Workshop 3: Christina Sogl

Titel: Trauma und Berührung: Voraussetzungen, Funktionen, Fallstricke und Wirkungen

Inhalt: Wenn wir einem anderen Menschen erlauben, uns bis in die tiefsten Schichten unseres Seins zu berühren und zu erfassen, dann sind wir nicht nur in unserer gesamten Integrität auf Herz und Nieren geprüft und gefordert. Dann können wir uns auch nicht mehr hinter Professionalität verstecken, ohne die PatientInnen mit einer technisch-distanzierten Beziehungserfahrung im Sinne einer Diskrepanz zwischen Worten und Handeln noch tiefer zu verwirren. Ein intersubjektiver, relationaler - ein zutiefst menschlicher Blick auf diesen anderen Menschen ist dafür unerlässlich. Eingehende Selbsterfahrung ist unabdingbar, um so „hochexplosive“ Interventionen verantwortungsvoll und damit heilsam einsetzen zu können.

16:30-18
Vortrag: Dagmar Motzkau Für Details zur Person und zum Vortrag anklicken
  • Dagmar Motzkau, Dr. med., Ärztin, tiefenpsychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis, Mitglied im Steißlinger Kreis
    Dagmar Motzkau, Dr. med., Ärztin, tiefenpsychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis, Mitglied im Steißlinger Kreis

Vortrag:

Berührung als Auslöser für einen überraschenden Therapieverlauf. Darstellung des Falles einer Patientin mit PTBS.

In drei Live – Interaktionen soll szenisch und verbal eine körperpsychotherapeutische Behandlung dargestellt werden.   Die vier vorangegangenen Therapien hatten zwar eine Stabilisierung, aber keine Verbesserung der Alltagsbelastbarkeit ergeben.   Durch interaktive Berührung am Anfang der Therapie konnte ein Prozess der szenischen Interaktion entstehen. Damit entfaltete sich die Traumadynamik und war im Setting bearbeitbar. Von der Erstellung eines Narrativs der komplexen Traumatisierung konnte die Patientin sehr profitieren.

18:30-19:30
Vortrag: Volker Sommer Für Details zur Person und zum Vortrag anklicken
  • Volker Sommer, Dr., ist Professor für Evolutionäre Anthropologie am University College London (UCL) und erforscht seit Jahrzehnten das Verhalten und die Ökologie von Affen und Menschenaffen in Asien und Afrika.
    Volker Sommer, Dr., ist Professor für Evolutionäre Anthropologie am University College London (UCL) und erforscht seit Jahrzehnten das Verhalten und die Ökologie von Affen und Menschenaffen in Asien und Afrika.

Vortrag:

Menschen sind Primaten, mithin Mitglieder einer Säugetierordnung, deren Spezies meist in stabilen Gruppen leben. Gegenseitige Berührung ("social touch"), speziell Fellpflege ("grooming"), ist integraler Bestandteil der Beziehungen und fördert eine gesunde emotionale Entwicklung. Basierend auf Theorien der Evolutionstheorie und dem Vergleich von Arten geht der Vortrag der Frage nach, welche Rolle diesem uralten Primatenerbe zukommt, um die Interaktionen heutiger Menschen zu strukturieren.

Samstag, 24. Juni 2023

9-10:30
Vortrag: Christina Sogl Für Details zur Person und zum Vortrag anklicken
  • Christina Sogl, psychologische Psychotherapeutin tiefenpsychologischer Orientierung, Mitglied im Steißlinger Kreis
    Christina Sogl, psychologische Psychotherapeutin tiefenpsychologischer Orientierung, Mitglied im Steißlinger Kreis

Vortrag:

Jeinseits des Vorstellbaren

Wenn wir es zulassen, gibt es Behandlungen, die uns zutiefst erfassen und verwandeln - die unsere bisherige Welt ins Wanken bringen, uns in unserer kompletten Integrität fordern und zu größtmöglicher Offenheit sowie kreativen Höchstleistungen herausfordern. Wie Jessica Benjamin, die von einem „gemeinsamen freien Fall“ von PatientIn und TherapeutIn sprach. 

Über Tilmann Moser kommt eine zu Beginn der Behandlung 35-jährige Patientin zu mir. Im Laufe der Behandlung öffnet sich die Büchse der Pandora - auf deren Grund wir unter anderen Grausamkeiten tief verschüttet Missbrauch mit Mind-Control im Rahmen eines satanistischen Kults finden. Das Hauptsymptom: Eine tiefe Verwirrung und Zweifel an der eigenen Wahrnehmung, ein Schiff ohne Anker auf hoher See. Großflächige Berührung greift die Bilder der Patientin auf, wird nicht nur zu einem Affektcontainer, sondern auch vor jedem Bewusstwerden zum Realitätsanker gegen tief körperlich implantierte Überzeugungen.  

11-12:30
Vortrag: Jörg Scharff Für Details zur Person und zum Vortrag anklicken
  • Jörg Scharff, Dr. phil., Dipl. psych., Psychoanalytiker in freier Praxis, (DPV, IPA), Ausbildungstätigkeit bei Pro Familia, am Anna-Freud-Institut Frankfurt und Dozent und Lehranalytiker am Frankfurter Psychoanalytischen Institut, Mitglied in der Kronberger Gruppe
    Jörg Scharff, Dr. phil., Dipl. psych., Psychoanalytiker in freier Praxis, (DPV, IPA), Ausbildungstätigkeit bei Pro Familia, am Anna-Freud-Institut Frankfurt und Dozent und Lehranalytiker am Frankfurter Psychoanalytischen Institut, Mitglied in der Kronberger Gruppe

Vortrag:

Ein Schritt zur Bezogenheit in Getrenntheit – die leibliche Berührung

Geschildert wird die psychoanalytische Behandlung einer depressiven Patientin mit autistoiden Rückzugstendenzen. U.a. über das Angebot einer ‚inszenierenden Interaktion‘, die als ‚Rahmen im Rahmen‘ figurierte und i.S. einer sinnlich-präsentativen Modellszene auch eine leibliche  Berührung enthielt, gelang es,  einen Zustand  psychischer Stagnation zu überwinden und in einen produktiven therapeutischen Prozess zu kommen.

12:30-15
Mittagspause
15-16:30
Workshops - Teil 2 Für Details zu den Workshops bitte anklicken

Workshop 1: Jörg Scharff - Die Zwischenleiblichkeit im Fokus therapeutischen Gewahrwerdens

Workshop 2: Jochen Willerscheidt -„Wo ich berühre, werde ich berührt“ - Selbsterfahrungseinheiten zum Berührungsdialog

Workshop 3: Christina Sogl - Trauma und Berührung: Voraussetzungen, Funktionen, Fallstricke und Wirkungen

 

Die Workshops bestehen aus zwei Teilen. Der erste findet am Freitag (23.6) und der zweite am Samstag (24.6) statt. Es werden eventuell auch noch zusätzliche Workshops hinzugefügt.

Details zu den Inhalten der Workshops finden Sie unterhalb:

 

Workshop 1: Jörg Scharff 

Titel: Die Zwischenleiblichkeit im Fokus therapeutischen Gewahrwerdens

Inhalt: Ziel der Arbeitsgruppe ist es, die Aufmerksamkeit für das zwischenleibliche Geschehen in der analytischen Situation zu schulen – den musikalischen Aspekt der sprachlichen Äußerungen (Ton, Rhythmus, Artikulation, »Sound« usw.,) aber auch der »Sprache des Leibes« mit seiner Gestik, Mimik, dem Gesamt seiner Bewegungs-Aura. Vermittels des Rollenspiels im Übergangsraum eines definierten Settings bietet sich den Seminarteilnehmern die Gelegenheit, als Patient oder Therapeut eine charakteristische Minisequenz aus dem klinischen Alltag performativ in Szene zu setzen. Das von den Teilnehmern Erlebte und Protokollierte wird anschließend in der Gruppe hinsichtlich seiner vielfältigen Bedeutungsdimensionen aufgearbeitet und theoretisch eingeordnet. (Scharff 2021).

 

Workshop 2: Jochen Willerscheidt

Titel: Wo ich berühre, werde ich berührt“ - Selbsterfahrungseinheiten zum Berührungsdialog

Inhalt: Die psychodynamische Körpertherapie greift das Modell des frühen Aushandelns von Körperkontakt zwischen Eltern und Kind (Downing, 1996) auf. Deren Einsatz in der Kindertherapie wird auf der Grundlage von Selbsterfahrungseinheiten reflektiert. Den Teilnehmern werden Berührungs- und Handlungsproben vorgestellt, die auf dem Hintergrund auftauchender Körperempfindungen und Phantasien am eigenen Leib erfahren werden können, um sie gegebenenfalls in die eigene kinderanalytische Praxis zu integrieren.

 

Workshop 3: Christina Sogl

Titel: Trauma und Berührung: Voraussetzungen, Funktionen, Fallstricke und Wirkungen

Inhalt: Wenn wir einem anderen Menschen erlauben, uns bis in die tiefsten Schichten unseres Seins zu berühren und zu erfassen, dann sind wir nicht nur in unserer gesamten Integrität auf Herz und Nieren geprüft und gefordert. Dann können wir uns auch nicht mehr hinter Professionalität verstecken, ohne die PatientInnen mit einer technisch-distanzierten Beziehungserfahrung im Sinne einer Diskrepanz zwischen Worten und Handeln noch tiefer zu verwirren. Ein intersubjektiver, relationaler - ein zutiefst menschlicher Blick auf diesen anderen Menschen ist dafür unerlässlich. Eingehende Selbsterfahrung ist unabdingbar, um so „hochexplosive“ Interventionen verantwortungsvoll und damit heilsam einsetzen zu können.

17-18:30
Vortrag: Ewa Kobylinska-Dehe Für Details zur Person und zum Vortrag anklicken
  • Ewa Kobylinska-Dehe, Prof. Dr., Psychoanalytikerin (Frankfurter Psychoanalytisches Institut/IPA), Philosophin im Institut für Philosophie und Soziologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Mitglied in der Kronberger Gruppe, Lehranalytikerin im Anna Freud Institut.
    Ewa Kobylinska-Dehe, Prof. Dr., Psychoanalytikerin (Frankfurter Psychoanalytisches Institut/IPA), Philosophin im Institut für Philosophie und Soziologie der Polnischen Akademie der Wissenschaften, Mitglied in der Kronberger Gruppe, Lehranalytikerin im Anna Freud Institut.

Vortrag:

Berührung ohne Berührung:

In meinem klinischen Vortrag möchte ich darstellen, wie in der langjährigen psychotherapeutischen Arbeit mit einer unberührbaren Patientin ein leibliches Selbst entsteht. Mit Hilfe des gestisch-mimischen Austauschs begann die mutistische Patientin, sich allmählich von Fühllosigkeit und Abspaltung der leiblichen Erfahrung wegzubewegen und in winzigen Bewegungen einen sinnlichen Raum zu entwickeln. Der Fokus liegt auf der „Berührung ohne Berührung“, die schließlich der Patientin erlaubte, die konkrete Berührung unserer Hände als die Gleichzeitigkeit von Trennung und Verbindung jenseits von Vereinnahmung zu erfahren.

18:45-19:45
Vortrag: Markus Angermayr Für Details zur Person und zum Vortrag anklicken
  • ANGERMAYR Markus, Mag. phil. fac. theol. Geboren 1966. Philosophiestudium an der Universität Salzburg, Psychotherapeut (EA) in eigener Praxis, Lehrausbildner und Lehrsupervisor der GLE-International, Vorstandsmitglied der GLE Österreich, Focusing Lehrausbildner (DFI Würzburg). Weiterbildungen in Körperorientierte Traumatherapie und Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie, Persönlichkeitsstörungen, Psychosomatik, Focusing, Breema-Körperarbeit, Breema Instructor. Selbsterfahrungsorientierte Reiseprojekte in Europa, Asien und Afrika
    ANGERMAYR Markus, Mag. phil. fac. theol. Geboren 1966. Philosophiestudium an der Universität Salzburg, Psychotherapeut (EA) in eigener Praxis, Lehrausbildner und Lehrsupervisor der GLE-International, Vorstandsmitglied der GLE Österreich, Focusing Lehrausbildner (DFI Würzburg). Weiterbildungen in Körperorientierte Traumatherapie und Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie, Persönlichkeitsstörungen, Psychosomatik, Focusing, Breema-Körperarbeit, Breema Instructor. Selbsterfahrungsorientierte Reiseprojekte in Europa, Asien und Afrika

Vortrag:

Existential Touch – Berührt vom Leben

Ein existenzanalytisch-körperpsychotherapeutischer Zugang zum Phänomen „Berührung“

Körperliche Berührung ist für Menschen wesentlich und sie wirkt sich fundamental auf unser Dasein, Selbstsein und Gefühl von Lebendigkeit aus. Sie radikalisiert den Sprung auf den Boden unserer Lebenswelt und öffnet den Zugang zum eingefleischten Selbst. Zudem finden wir Spuren früher Berührungsqualitäten im Leibgedächtnis, die als implizites (Körper-)Wissen explizit werden und sich in auftauchenden Bildern, Impulsen oder Empfindungen, zeigen können. Dabei erschließen sie das präreflexive Vorverständnis auf eine verkörperte Weise im Hier und Jetzt und das macht das Phänomen Berührung so komplex und oft hoch ambivalent. 

Im Vortrag werden einige Aspekte des Themas beleuchtet und ihre Bedeutung aus existenzanalytischer Sicht reflektiert. Mithilfe eines kleinen Experiments werden notwendige prozessuale Fähigkeiten aufgezeigt, wie körperleibliche Berührungssequenzen in den Prozess integriert werden können.

Sonntag, 25. Juni 2023

9:30-11
Vortrag: Jochen Willerscheidt Für Details zur Person und zum Vortrag anklicken
  • Jochen Willerscheidt, analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Selbsterfahrungsleiter (PTK-NRW), Dozent und Supervisor am Alfred-Adler-Institut Köln, Mitglied im Steißlinger Kreis
    Jochen Willerscheidt, analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Selbsterfahrungsleiter (PTK-NRW), Dozent und Supervisor am Alfred-Adler-Institut Köln, Mitglied im Steißlinger Kreis

Vortrag:

Ein gehemmter Rebell wird lebendig

In Anspielung auf den Buchtitel „Der gehemmte Rebell“ von Lang (2015) schildere ich in mehreren Mikroepisoden den Verlauf einer Kindertherapie eines 9-jährigen Patienten u.a.  mit Zwangssymptomen. Im Vordergrund stehen praxeologische Aspekte mehrerer Berührungsdialoge zwischen Therapeut und Patient mit der Frage, wie kann ich mich der Führung des Patienten (Adler, 1930) auch auf körpernahe Prozesse überlassen. Kritisch reflektiert werden die Fallepisoden auf dem Hintergrund des selbstpsychologischen Interrupt-Repair-Modells.

11:30-12:30
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Tagungsort:

Standort: 1020 Wien, Freudpl. 1, (Sigmund Freud Privatuniversität)

Raum: wird noch bekannt gegeben

Datum: 23.-25-6.2023

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Wien-Hotels & Info:

Tel. +43-1-24 555 , Fax: +43-1-32 555-666 , info@wien.info

(Montag-Freitag 9-17 Uhr)

Weitere aktuelle Tagungen / Projekte

Maschseegruppe – Arbeitstagung 9. – 11.6.2023

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Pioneers of Group Analysis – Kinofilm – Sonntag, 20.11.2022 um 15uhr, im Top Kino, Rahlgasse 1, 1060 Wien

(Für Details bitte die blaue Schaltfläche rechts anklicken)

Anmeldung

Symposium: bei Überweisung bis 31.3.2023      250.- Euro

                       Zahlung ab dem 1.4.2023                280.- Euro

 

Tageskarte:   bei Überweisung bis 31.3.2023      120.- Euro

                        Zahlung ab dem 1.4.2023                140.- Euro

 

Halbtageskarte: bei Überweisung bis 31.3.2023   80.- Euro

                             Zahlung ab dem 1.4.2023             90.- Euro

 

Studentenermäßigung: auf alle Gebühren 50%

 

Rücktrittsregelung:

Bis 30.4.2023 ist ein kostenloser Rücktritt von der Tagung möglich. Ab 1.5.2023 werden 10% der erstatteten Kosten als Bearbeitungsgebühr einbehalten, ab 1.6. 25%.

Sie können sich online anmelden (ein Formular zur Anmeldung ist unterhalb) oder dem Veranstalter eine Email senden: peter@geissler-info.at

 

Die Teilnehmerzahl für das Symposium ist begrenzt. Die Reihenfolge der Anmeldungen ist entscheidend, ebenso für die Workshop-Anmeldung. Die Anmeldung gilt als verbindlich, wenn der komplette Tagungsbetrag auf dem Tagungskonto eingelangt ist. Bitte den Betrag als Gesamtbetrag und nicht in Teilstücken überweisen.

 

Tagungskonto: IBAN AT922011100032227825, lautend auf DDr. Peter Geißler

BIC: GIBAATWWXXX

 

Es wird empfohlen, für die Workshops bequeme Kleidung, eine eigene Decke und ev. auch eine Ablage (Kissen oder Handtuch) mitzubringen.

Anmeldeformular


Hinweis:

Die Tagung ist durch den ÖBVP als Fortbildung zertifiziert (19 AE)

(Für Details bitte die blaue Schaltfläche rechts anklicken)

Veranstalter: DDr. Peter Geißler

Inhaltliche Planung: DDr. Peter Geißler, Dr. Jörg Scharff

Gesamtkoordination und Information: DDr. Peter Geißler, A-2301, Neu-Oberhausen, Dr.-Paul-Fuchsiggasse 12
T: 0043-699-11874690 mail: peter@geissler-info.at Web: www.geissler-info.at

Impressum:

Webdesign: Mag.Mag. Andreas Geißler

Psychotherapeutische Praxis: 1020 Wien, Hollandstraße 1a/2/Tür19

Kontakt: 0680 2390 268, andreas@geissler-info.at, www.andreasgeissler.at